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Auf LED Trip

Es gab wohl noch nie zwei gleiche Showbühnen. Jeder Star, jede Location hat individuelle Anforderungen an Menschen und Material.

Papstbesuch, Konzerte, Modeschauen, Firmenevents: Bei der Sugar Veranstaltungstechnik GmbH kümmert sich Markus Riepl um Bühnenaufbau, Licht und Sound. Immer wichtiger: LED-Beleuchtung.

Basecap, Drei-Tage-Bart, Trainingsjacke: Wer Markus Riepl zum ersten Mal trifft, würde nicht vermuten, dass seine Karriere als Spezialist für Veranstaltungstechnik ausgerechnet auf einem Konzert der Volksmusikstars Marianne und Michael ihren Anfang genommen hat. „Das war 1994“, erzählt er, „und ich bin gefragt worden, ob ich spontan für den erkrankten Lichtmann einspringen könnte.“ Zu dieser Zeit ist Riepl 21 Jahre alt und hat nach dem Studium gerade seine erste Arbeitsstelle angenommen: „Als Ingenieurbauzeichner.“ Nebenbei jobbte er als Lightjockey in einer Diskothek. „Die Vorliebe für Beleuchtungstechnik war bereits da.“ Dennoch ist Riepl nervös. Bestimmende Frage: „Schaffe ich es, bei einem Profikonzert zwei so bekannte ZDF-Stars wie Marianne und Michael ins richtige Licht zu setzen?“ Die Geschichte geht gut aus – und gibt Riepls Berufsleben die entscheidende Wendung: „Nach dem Auftritt fragte Michael, wer denn für das Licht verantwortlich gewesen sei, und ich habe erst mal geschluckt.“ Ein paar Sekunden später ist Riepl erleichtert – und bekommt obendrein von dem Volksmusikstar ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann: „Das war total super! Hast du Lust, den Lichtjob auf unserer ganzen Tour zu übernehmen?“ 

Meister der Veranstaltungstechnik, Fachrichtung Bühne/Studio

„Damals bin ich also eher zufällig in die Branche reingerutscht“, sagt Markus Riepl. Inzwischen trägt der 43-Jährige den Titel „Meister der Veranstaltungstechnik, Fachrichtung Bühne/Studio“. „Diese Berufsbezeichnung gab es bei meinen Anfängen noch gar nicht.“ In der Mitarbeiterküche der Sugar Veranstaltungstechnik GmbH bedient Riepl den Kaffeeautomaten und erzählt von seinem Arbeitgeber: Das Unternehmen in Sinzing vor den Toren von Regensburg hat sich auf mittelgroße Veranstaltungen spezialisiert – Festivals, Konzerte, Modeschauen, Firmenevents. „Nebenbei übernehmen wir aber auch immer wieder kleine Konzerte oder Feiern.“ In Spitzenzeiten – zum Beispiel bei einem Festival – bucht das Unternehmen zwei bis drei Dutzend Freelancer dazu, die die zehnköpfige Belegschaft unterstützen. „Durch die verbesserte Technik ist die Spezialisierung in unserer Branche noch wichtiger geworden“, sagt Riepl. „Früher konnte jeder alles ein bisschen, heute brauchst du bei einer größeren Veranstaltung unter anderem einen Monitormann, einen Stagemanager, einen Lichtoperator und einen Lichtdesigner.“

Der wichtigste Showeffekt aller Zeiten? Natürlich Licht! Beeindruckende Beleuchtungsarrangements sind hier eine der Königsdisziplinen.

„Alles in Weiß bitte“: Scheinwerfer-Tuning für Papst Benedikt

Für den größten Einsatz der Firmengeschichte war kein Popstar, sondern Papst Benedikt XVI. verantwortlich: Im September 2006 feierte er eine Messe auf dem Islinger Feld in Regensburg, die insgesamt etwa 250.000 Pilger besuchten. „Wir haben die technische Leitung und Koordination für die Veranstaltung übernommen“, sagt Riepl. Die Vorplanung habe gut ein Jahr gedauert. „Es waren acht bis neun Kilometer Kabel zu verbuddeln. Und neben den technischen Dingen mussten auch Besucherstromreglung und Absperrungen mit eingeplant werden.“ Eine Besonderheit: „Die komplette Bühne sollte weiß sein. Wir haben sogar die Traversen in weißen Stoff eingenäht.“ Zwei Tage vor der Messe monierte ein führender Kirchenvertreter die Farbe der 30 beweglichen Performance-Scheinwerfer an der Decke: „Das waren die einzigen schwarzen Elemente, die übrig geblieben waren.“ Riepl und Kollegen bekamen einen Last-Minute-Spezialauftrag: „Ich glaube nicht, dass schon mal jemand so viele Scheinwerfer für einen Papst weiß angepinselt hat wie wir.“

LED-Boom in der Veranstaltungsbranche

„Zur Zeit des 2006er-Papstbesuchs begann gerade der schleichende Siegeszug der LED-Technik gegenüber den herkömmlichen Entladungslampen“, erklärt Riepl. „Wir hatten bereits die ersten LED-Wände im Einsatz, aber damals waren sie noch ziemlich schwer und benötigten einen extrastabilen Unterbau.“ Heute seien die Leuchtdioden (LED steht für light emitting diode) längst etabliert. „Man kann inzwischen auf sechs bis sieben Farben zurückgreifen, und damit erreicht man eine ausgewogene Mischung und eine sehr schöne Bühnenbeleuchtung.“ Die LED-Entwicklung gehe aber weiter: „Noch besser, noch feiner, noch leichter.“ 

,,Vor rund zehn Jahren begann in der Veranstaltungstechnik der Siegeszug der LEDs, seit vier bis fünf Jahren sind sie richtig gut."

 

Der geringere Stromverbrauch der Leuchtdioden sei für den Arbeitsalltag bei Sugar indes nicht relevant. „Für uns zählt, dass wir den Kunden eine Auswahl hochwertiger LEDs anbieten können und den Lagerbestand dementsprechend anpassen.“ Um ebendiesen Bestand zu zeigen, führt uns Markus Riepl vom Büro- und Küchenbereich im ersten Stock in die große Lagerhalle im Erdgeschoss. In den Gängen finden sich alle möglichen Elemente: Traversen, die zum Teil bis zur Hallendecke ragen. Stromkabel in unterschiedlichen Längen, die an der Wand hängen. Gaffa-Tape in verschiedenen Farben. Dazu überall die auf Rollen montierten Cases für Beleuchtungstechnik, Lichtpulte, Scheinwerfer, Lautsprecher. „In einer weiteren Halle lagern wir auch noch diverse Lounge- und Dekoelemente“, sagt Riepl. Devise: „Wer uns bucht, bekommt möglichst alles aus einer Hand.“

Ein perfekter Bühnenauftritt ist die Summe seiner Teile, und davon lagern in diesen Hallen unendlich viele.

In seinem Arbeitsalltag hat Veranstaltungstechniker Riepl nicht nur mit der Musikbranche zu tun: „Mittlerweile machen wir rund die Hälfte des Umsatzes mit Industrieevents.“ Und so stehen als Referenzen auf der Sugar-Website auch Betriebsversammlungen von Autoherstellern und -zulieferern (BMW, Continental) sowie Kollektionsübergaben aus der Modebranche (MAC, Marc O’Polo). Immer häufiger werde die Installation eines leistungsfähigen WLAN-Netzes für die Veranstaltungsteilnehmer nachgefragt: „Auch so etwas gehört inzwischen zu unserem Service.“

Bühnenaufbau für Elton John und Tom Jones

In der Sugar-Lagerhalle dürften sich auch die Elemente einer Bühne finden, auf der schon Elton John und Tom Jones gestanden haben. Beide traten in den vergangenen Jahren bei den Regensburger Schlossfestspielen auf – ein Festival, für das Markus Riepl und seine Kollegen jeden Sommer die Infrastruktur stemmen: „Wir bauen die Bühne auf und stellen Lautsprecher und Beleuchtung. Schon ein halbes Jahr vorher startet die telefonische Abstimmung mit den Crews der einzelnen Künstler, damit sie am Konzerttag reibungslos an unsere Technik andocken können.“ Gerade wenn Stars wie Elton John, die normalerweise vor 30.000 Leuten spielen, bei einem eher kleinen Festival wie den Schlossfestspielen vor 3000 Leuten auftreten, sei das gar nicht so einfach: „Man diskutiert dann mit dem Lichtmann und mit dem Showmann des Künstlers, was an Technik man jeweils weglassen könnte, und wenn man sich mit den beiden einig ist, kann es passieren, dass der Produzent Einspruch erhebt, und dann fängt das ganze Spiel wieder von vorne an.“

,,Immer häufiger organisieren wir die Technik für Betriebsversammlungen, Werbeevents oder Modeschauen.''

In besonderer Erinnerung ist Markus Riepl die britische Crew von „Sexbomb“-Sänger Tom Jones geblieben: „Die kamen erst vier Stunden vor dem Gig an. Da ist normalerweise längst alles fertig und es läuft bereits der Soundcheck, und dann haben diese Jungs in Kooperation mit unseren Leuten unter extremem Zeitdruck die gesamte Technik dermaßen saucool-schnell und trotzdem entspannt aufgebaut, dass Tom Jones doch noch pünktlich um 20.30 Uhr hätte starten können – wenn er nicht 15 Minuten zu spät gekommen wäre.“

Hunderttausende von Teilen wirken zuerst unüberschaubar angeordnet, doch kann man hier aufgrund eines absolut durchdachten Ordnungssystems schnell auf einzelne Teile zugreifen.

Wie man zuhause Akzente setzt: LED-Tipps vom Lichtexperten 

Und was rät der LED-Experte dem privaten Tekkie für die Beleuchtung zuhause? „Ich empfehle, sich mit der Farbtemperatur auseinanderzusetzen und in den verschiedenen Zimmern mit unterschiedlichen Varianten zu spielen.“ Entscheidend dabei sei der Kelvin-Wert auf der LED-Verpackung. Zur Orientierung: „2700 Kelvin entsprechen ungefähr dem Wert einer herkömmlichen 60-Watt-Glühbirne.“ Fürs Schlafzimmer rät Riepl zu eher gemütlichem, warmem Licht mit geringer Farbtemperatur, also „zwischen 2500 und 3000 Kelvin“. Im Bad oder Arbeitszimmer könne man mit Kelvin-Werten um die 5000 arbeiten. „Ideal ist es, wenn man dort die Stärke des Tageslichts simuliert.“ Sein Rat fürs Wohnzimmer: mit einer ausreichend hellen Grundbeleuchtung arbeiten und diese stets so justieren, dass sie nicht blendet.  Und die Alternative für abends: „Statt das normale Licht zu nutzen, kann man durch zusätzliches indirektes Licht eine gemütliche Ambient-Beleuchtung erzielen – zum Beispiel hinter einer Schattenfuge in der Wand.“ Riepls Fazit: „Manch einer wird sich wundern, wie einfach es ist, durch einen Birnenwechsel und ein paar kleine Tricks in der Wohnung völlig neue Lichtakzente zu setzen.“

Ein Tekkie-Job zwischen Papst, Trachtenball und den Fantastischen Vier

Zurück zum Sugar-Alltag: „Aktuell bereiten wir gerade Bühne und Lichttechnik für den Regensburger Trachtenball vor“, erzählt Markus Riepl – und beschreibt den typischen Ablauf einer solchen Wochenendveranstaltung: „Am Donnerstag packen wir zusammen, am Freitag bauen wir auf, am Samstag ist die Show, und am Sonntag bauen wir wieder ab.“ Fragt man den Bühnenaufbau-Spezialisten, wie er die Faszination seines Berufs beschreiben würde, muss der nicht lange nachdenken: „Jede Veranstaltung ist anders, insofern wird es nie langweilig.“ Tatsächlich dürfte es nur wenige Branchen geben, in der die Kunden so unterschiedlich sind: ob Marianne und Michael, Tom Jones, Elton John oder die Fantastischen Vier. Ob Papst Benedikt, BMW, Continental oder die Sparkasse Regensburg. Veranstaltungstechnik brauchen sie alle.

Die große Kunst: Die komplette Technik sollte auf der Bühne möglichst unsichtbar sein.