JavaScript deaktiviert! Das Abschicken einer Bestellung ist bei deaktiviertem JavaScript leider NICHT möglich!
Es stehen Ihnen nicht alle Shopfunktionalitäten zur Verfügung. Bitte kontrollieren Sie Ihre Interneteinstellungen. Für ein optimales Einkaufserlebnis empfehlen wir, JavaScript zu aktivieren. Bei Fragen: webmaster@conrad.de
{{#unless user.loggedIn}} {{#xif " digitalData.page.category.pageType !== 'checkout_confirmation' " }}
{{/xif}} {{/unless}}

Auflöten, einbetten, Serie produzieren

Das BeagleCore Team: Ansgar Hein, Martin Steger, Christian Biermann und Viktor Mierau.

Entwicklungshelfer in Briefmarkengröße: Mit dem Open-Source-Modul BeagleCore wollen Ansgar Hein und sein Team Start-up-Gründern eine bezahlbare und platzsparende Lösung für die industrielle Vermarktung von IoT-Anwendungen eröffnen.

Als Ansgar Hein in den 1980er Jahren zum ersten Mal mit Computern zu tun hatte, war er 12 und experimentierte mit dem C64. Embedded-Computer-Technologie war Zukunftsmusik, und Schaltschränke waren so groß wie Kleinlaster. Inzwischen, im Zeitalter des „Internet of Things“ (IoT), ermöglichen scheckkartengroße Einplatinencomputer wie Raspberry Pi, Arduino und Beagle- Bone Black sogar Hobbybastlern eingebettete Entwicklungen – von der Kühlschranksteuerung bis zur Kameraüberwachung. Ansgar Hein (42) ist seiner Affinität zu Technik bis heute treu geblieben. Zwei Start-ups hat der Marketingspezialist bereits auf den Weg gebracht. Aktuell unterstützt er das von seinem Mitstreiter Martin Steger ins Leben gerufene Projekt BeagleCore. Inspirationsquelle: der Boom der eben erwähnten Einplatinencomputer.

Das geht zukünftig kleiner – mit dem BeagleCore.

Ideal für Start-ups: industrietaugliche und kostengünstige Hardware

Meinerzhagen in Südwestfalen, ein Bürogebäude im Gewerbegebiet, die Zentrale des vierköpfigen BeagleCore-Teams: Ansgar Hein steht mit einem Textmarker in der Hand im Konferenzraum. „Unser Produkt ist nur etwa ein Drittel so groß wie der Beagle- Bone Black“, erzählt er. „Es nutzt dessen Stärken und kann gleichzeitig etwas, was in dieser Form bisher nicht angeboten wird.“ Und weil man Marktlücken besser versteht, wenn man sieht, was sie umgibt, zeichnet Hein nun am unteren und am oberen Ende eines Flipchartpapiers je einen Halbkreis. In den unteren schreibt er „Hobbyentwickler“ und in den oberen „High End“. Den Raum zwischen beiden Bereichen gelte es zu überbrücken. Hein sieht innerhalb der Hobbyentwickler-Ebene ein immenses Start-up-Potenzial: „Wir richten uns an diejenigen, die mit den Mitteln eines privaten Tekkies professionelle Anwendungen kreieren.“ Um ihre Ideen kommerziell zu verwerten und näher an die High-End-Ebene mit wenigen bestimmenden Unternehmen heranzurücken, fehle diesen Entwicklern in der Regel vor allem eines: „Kostengünstige Hardware, die langzeitverfügbar ist und mit der serienmäßig produziert werden kann.“ Genau da setzt die Grundidee von Hein und seinem Team an: die populären Einplatinencomputer so zu modifizieren, dass sie industriellen Anforderungen genügen. Eine Entwicklungshilfe für Hardware-Start-ups auf dem Weg zur Marktreife.

Da ist das Ding: 3D-Modell des BeagleCore BCM1.

Die Kernfunktionen des BeagleBone Black im industrietauglichen Miniaturformat

„Wir haben uns zwar auch mit Raspberry Pi und Arduino beschäftigt, dann aber recht schnell den BeagleBone Black als Plattform ausgewählt“, sagt Hein. Der Grund: Mit seiner flexiblen Erweiterbarkeit und dem starken Prozessor richtet sich der Beagle- Bone schon von vornherein eher an erfahrene und professionelle Anwender. Eigentlich ideal für den Einsatz auch im Industriebereich – wäre da nicht das Gewirr aus aufgesteckten Capes, Anschlüssen und Kabeln, das automatisch bei der Entwicklung entsteht. „Solche Lösungen sind zwar oft sehr kreativ und effektiv, aber serienmäßig nicht vermarktbar“, sagt Hein. „Da braucht nur ein Kabel zu reißen, und schon funktioniert nichts mehr.“ Anders beim BeagleCore: Er hat das Format einer großen Briefmarke (32 mm x 49 mm), wird aufgelötet, kommt ohne jedes Kabel- und Aufsteckwirrwarr aus und wird in jedem Fall „sauber eingebettet“.

"Start-ups können mit dem BeagleBone Black einen Prototyp entwickeln und ihn mit dem BeagleCore zur Marktreife führen."

Neben dem Einzelmodul werden Hein und seine drei Kollegen auch ein Starter-Kit, bestehend aus Modul und Basis-Board, anbieten. „Es ist an den BeagleBone Black angelehnt, enthält jedoch im Kern das BeagleCore-Modul.“ Das, so Hein, bilde die Basis für maßgeschneiderte, platzsparende und professionelle Lösungen.

Open Source als vertrauensbildende Maßnahme

Um eine besondere Stabilität zu gewährleisten, ist der BeagleCore bewusst als Auflötmodul und nicht als Aufsteckmodul konzipiert. Das hat zur Folge, dass sich die Zielgruppe zwangsläufig auf Entwickler mit professionellen Ambitionen beschränkt, die über Löt-Spezialwerkzeug verfügen oder die Serienproduktion an einen Dienstleister auslagern. „Für Hobbyentwickler, die lediglich ihre Blumen automatisch gießen lassen wollen, ist der BeagleCore nicht die effizienteste Wahl.“

Das Open-Source Hardware-Konzept beschreibt Hein als Maßnahme, um Vertrauen in das Produkt zu stiften. Es sei eher nicht davon auszugehen, dass das Modul wirklich nachgebaut werde. Viel wichtiger sei etwas anderes: „Durch das Open-Source- Konzept haben unsere Kunden Zugriff auf die weltweit vernetzte und seit Jahren etablierte BeagleBone-Community, und sie können sicher sein, dass keine Copyrights verletzt oder Bauteile abgekündigt werden.“

Das BeagleCore Modul einzeln und im Starter-Kit verbaut.

Crowdfunding als PR- und Marktforschungstool

Auch das Label „Made in Germany“ spielt eine Rolle: Das kleine BeagleCore-Team residiert in den Räumlichkeiten eines mittelständischen Elektronik-Unternehmens und kann auf entsprechende Netzwerke mit kurzen Wegen sowie über lange Jahre gewachsene Vertrauensbeziehungen zurückgreifen – in einer der stärksten Industrieregionen Deutschlands. „Es hat uns sehr geholfen, dass wir sofort auf einen Fertigungsdienstleister zugehen konnten, als wir vor 18 Monaten die erste Idee zu unserem Produkt hatten“, betont Hein.

Im Sommer 2015 brachte eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter wichtige neue Erkenntnisse. Zwar wurde die angestrebte Summe nicht erreicht, dafür gab es diverse Presseberichte und umfangreiches Feedback von Interessenten. Crowdfunding diente so als PR- und Marktforschungsinstrument.

Auch eine Erfindung des BeagleCore Teams: Der unterhaltsame Crowdfunding-Thriller:

Eigene Produkte auf Basis des BeagleCore

Firmen können den BeagleCore ohne zusätzliche Lizenzkosten serienmäßig in ihr Produkt einbauen. Ein größerer Kunde nutzt den BeagleCore bereits: Der Elektronik-Service-Dienstleister Vahrson, der weltweit rund 25.000 Kläranlagen betreut, will den BeagleCore zukünftig in seine modularen Steuerungen einbinden. „Außerdem stehen wir unter anderem in Kontakt mit einem Start-up, das ein innovatives Verfahren zur Luftqualitätsmessung entwickelt hat.“

Wenn alles weiter so läuft, wie es sich Marketingchef Ansgar Hein und seine Kollegen vorstellen, dann beginnt mit dem geplanten Verkaufsstart im April 2016 eine Erfolgsgeschichte, die viele weitere nach sich ziehen wird: der BeagleCore als Initialzündung für die Gründerszene im Hardware-Bereich. Aus Meinerzhagen in Südwestfalen mitten hinein in die weltweite Embedded- Community. Und das alles mit einem „Schaltschrank“ so klein wie eine große Briefmarke.

Der BeagleCore – rundherum ohne Kabel- und Aufsteckwirrwarr.

Starte Deine eigene Tekkie-Story

{{#if options.showAdditonalSales }}
{{/if}}
Nach oben