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Der Start-up-Ingenieur

Tekkie Story Der Start-up-Ingenieur
Michael Kiermeier (links) und Ralf Hasler in der Lacon-Fertigungshalle für Bremstechnik.

Als CEO hat Ralf Hasler die Lacon-Gruppe zu einem der erfolgreichsten EMS-Dienstleister gemacht. Das B2B-Unternehmen sorgt dafür, dass die Züge in Deutschland zuverlässig bremsen – und hat jetzt für ein Start-up den weltweit ersten Schnelltester für Fleischqualität entwickelt.

Jeder kennt das: Der Zug fährt in den Bahnhof ein. Wird langsamer. Manchmal quietscht es ein bisschen. Und immer folgt am Ende ein langgezogenes Zischen. „Dafür sorgt das Ablassen der Druckbehälter beim Bremsen“, erklärt Ralf Hasler. Er muss es wissen: Egal ob ICE, S-Bahn oder Regionalbahn – die meisten der mehr als 39.000 Züge, die täglich in Deutschland unterwegs sind, kommen mit Hilfe der Lacon Electronics GmbH zum Stehen. Dort ist der Diplom-Ingenieur seit rund zehn Jahren CEO und Mehrheitsgesellschafter. In seinem traditionellen Kerngeschäft entwickelt und fertigt das EMS-Unternehmen elektrische und elektromechanische Baugruppen und Geräte. Der Schwerpunkt liegt auf kleinen und mittleren Serien von zehn bis 10.000 Stück.

Die Abkürzung EMS steht für Electronics Manufacturing Service. „Wir bezeichnen Lacon bewusst als EMS-Manufaktur“, erzählt Ralf Hasler – und spielt damit auf das außergewöhnlich flexible Leistungsspektrum an: Lacon bedient sowohl den Mittelständler um die Ecke, der ein paar Kabel braucht, als auch den großen Konzern, der für bestimmte Baugruppen einen Lieferanten sucht. An Knorr-Bremse, den Weltmarktführer für Bremssysteme von Schienenfahrzeugen, liefert Lacon Schaltschränke für den Bahnverkehr.

Lacon-Technik für die Deutsche Bahn

„Natürlich ist in diesem Segment eine hundertprozentige Qualitätssicherung das A und O“, sagt Michael Kiermeir, der im Unternehmen für die Bremssteuerungen zuständig ist. Er führt durch die Werkshalle: An langen Tischreihen bearbeiten Mitarbeiter den Schaltschrank in unterschiedlichen Fertigungsstadien – bis die Exemplare am Ende der Halle unter einem Schild mit der Aufschrift „Geprüfte Produkte: Bereitstellung für den Versand“ platziert werden.

"Fast alle Züge in Deutschland bremsen mit unseren Steuerungen."

Größter Kunde, kleine Stückzahlen: Mit den Schaltschränken für Knorr-Bremse generiert die Lacon-Gruppe etwa fünf Prozent ihres Umsatzes. „Was wir hier bauen, sind sicherheitskritische Teile, die bis zu 30 Jahre in Betrieb bleiben und auf keinen Fall ausfallen dürfen“, erläutert Kiermeir. Besonders wichtig dabei sind sicherere Crimpverbindungen bei der Kabelvorbereitung. Crimpen ist eine in der Elektromechanik übliche Alternative zum Löten oder Schweißen. Bei Lacon werden auf diese Weise die Kabel des Schaltschranks mit den elektromechanischen Kontakten verbunden. Für jeden Crimpkontakt ist ein eigenes Spezialwerkzeug erforderlich. „Wenn eine Crimpverbindung nicht sauber ist, dann oxidiert sie im Laufe der Zeit. Das kann im schlimmsten Fall zu Bremsversagen führen.“

Der Schaltschrank, den Lacon produziert, ist gewissermaßen das Bindeglied zwischen der intelligenten Bahnsteuerung und der eher grobschlächtigen Bremsmechanik. In seinem Innern befindet sich ein „Gehirn“, das die Signale des Lokführers mit einem Rechner verarbeitet und über die Elektromechanik an die Bremseinheit weiterleitet. „Die Bremseinheiten sind bei den Zügen unter jedem Waggon montiert.“ Sehen kann sie der Reisende also nicht. Wenn Michael Kiermeir selbst als Fahrgast in einem ICE sitzt, hat er sie trotzdem vor Augen. „Schließlich bin ich oft bei unserem Kunden vor Ort, kenne das Endprodukt und weiß genau, wo was montiert ist.“

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Bindeglied zwischen der intelligenten Bahnsteuerung und der eher grobschlächtigen Bremsmechanik.

Lacon als Start-up-Helfer

Unter Ralf Haslers Führung ist das Kundenportfolio in den vergangenen Jahren noch bunter geworden: Lacon hat sich als Geburtshelfer für Hightech-Start-ups in der Gründungs- und Wachstumsphase etabliert. In einer der Fertigungshallen zeigt Hasler das Ergebnis der neuesten Start-up-Kooperation. Vor ihm steht eine Schale mit rohem Schweinefilet: „Die Fleischmesser der Zukunft kommen nicht aus Solingen“, sagt er. Der Hintergrund des ironisch-kreativen Wortspiels: Hasler hält etwas in der Hand, das nicht schneidet, sondern misst. Freshdetect – so der Name des Produkts – ist das erste Handgerät zur sekundenschnellen Qualitätsprüfung von Fleisch. Bei dem grün eingefassten Prototyp liegt das elektronische Innenleben offen. Das Gerät ist etwa so groß wie ein Mobiltelefon aus den 1990ern. Es hat einen schmalen Hals und wird zum Display hin etwas breiter. Noch in diesem Jahr soll es in Serie gehen. Gefertigt wird nicht im Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie, sondern in Karlsfeld bei München – am Sitz der Lacon-Gruppe.

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Die Fleisch-Messer der Zukunft kommen nicht aus Solingen.

Ein Laser als Fleischvorkoster

Das Display zeigt den Status an: „Bereit“. Hasler zielt mit der Laserdiode am Messkopf des Gerätes auf das Testfilet. Der Laser wirft blaues Licht auf das Fleisch. Im nächsten Augenblick erscheint auf dem Display die gemessene Gesamtkeimzahl: 5,1*104. „Test bestanden, die Qualität ist okay“, sagt Hasler – und erklärt das Wirkprinzip: „Wir arbeiten hier mit der sogenannten Fluoreszenzspektroskopie.“ Diese misst die Belastung durch fluoreszierende Exkremente von Bakterien. Der Wert wird in „Kolonien bildenden Einheiten pro Gramm“ (KbE/g) angegeben und lässt Rückschlüsse auf die mikrobiologische Güte eines Lebensmittels zu. „Für den Gehalt an vermehrungsfähigen Bakterien in Fleisch gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, jedoch Empfehlungen mit Gesetzescharakter.“ Was bedeutet: Bis zu einer bestimmten Gesamtkeimzahl ist das Fleisch essbar. Bei überschrittenem Grenzwert wird vom Verzehr abgeraten.

„Für Hardware-Entwickler ist das Internet der Dinge ein wunderbares Eldorado.“ 

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Lacon hat sich als Geburtshelfer für Hightech-Start-Ups in der Gründungs- und Wachstumsphase etabliert.

Die Idee zu Freshdetect entstand aus einem Forschungsprojekt mit renommierten Instituten und einem Industriekonsortium, dem auch die Lacon-Gruppe angehört. „Wir haben schon jetzt eine hervorragende Resonanz aus der Zielgruppe“, sagt Ralf Hasler. „Alle großen Lebensmitteleinzelhändler warten auf so ein Gerät.“ Tatsächlich gibt es in der Branche bisher kein vergleichbares Verfahren. Stichproben von auffälligen Fleischbeständen werden üblicherweise an ein Labor geschickt. Erst nach zwei Tagen kommt das Ergebnis. Freshdetect braucht für eine solche Prüfung nicht einmal zwei Sekunden. Und der Test funktioniert auch durch eine transparente Verpackung hindurch. Im Qualitätsmanagement der Fleisch- und Lebensmittelindustrie könnte das handliche Messgerät eine kleine Revolution anstoßen. Die Testphase läuft. Langfristig planen Hasler und sein Team auch eine Variante für den Endverbraucher: eine Art „Ist mein Steak noch gut?“-Tester für jedermanns Kühlschrank mit einem Aufsteckadapter fürs Smartphone und einer dazugehörigen App, inklusive Bewertungs-„Ampel“. Rot stünde für „nicht essen“, Gelb für „heute noch essen“ und Grün für „frisch“.

 „Was der private Tekkie im Keller macht, machen wir auf industriellem Niveau.“

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„Wir sorgen dafür, dass am Ende etwas herauskommt, das zuverlässig funktioniert.“

Mit einigen Start-ups, zum Beispiel Freshdetect, ist Lacon über eine Beteiligung auch finanziell verbunden. Lieber Kunde, konzentriere dich auf den Verkauf, wir übernehmen den Rest – das ist die Botschaft, die Hasler an junge Unternehmer sendet, die im Zeitalter des „Internets der Dinge“ elektronische und elektromechanische Produkte entwickeln. Denn: „Start-ups im Hightech-Bereich kümmern sich typischerweise um Entwicklung, Marketing und Vertrieb.“ Das Supply-Chain-Management werde hingegen oft unterschätzt. Motto: Irgendein chinesischer Fertiger wird die Produktion schon übernehmen. –„So einfach ist das nicht“, warnt Hasler – und bringt Lacon als Partner ins Spiel: „Ein Start-up kann mit der tollen Idee eines sprechenden, selbst einkaufenden Kühlschranks zu uns kommen, und wir setzen das dann um.“ Soll heißen: Lacon übernimmt nach industriellen Qualitätsstandards die Entwicklung der Elektronik, die Beschaffung aller Komponenten sowie Leiterplattenbestückung, Verkabelung und Gerätebau. Haslers Anspruch: „Wir sorgen dafür, dass am Ende etwas herauskommt, das zuverlässig funktioniert.“

"Aus einer Gummiente, die umkippt, machen wir eine, die vernünftig schwimmt."

Vom Auftragsfertiger zum Dienstleister

Neben Bremssteuerungen entwickelt und produziert Lacon für seine Kunden noch vieles mehr: medizinische Geräte, Anzeigesysteme, bestückte Leiterplatten, Kabelkonfektionen, Verkaufsautomaten, 3D-Drucker, Bühnentechnik. Eigenprodukte stehen nicht auf dem Programm. „Es gibt viele Dinge, in denen Lacon drinsteckt – nur weiß das eben keiner“, sagt CEO Ralf Hasler. In diesem Sinne ist Lacon vergleichbar mit einem Musikproduzenten: Der Interpret steht auf der Bühne, der Produzent bleibt im Hintergrund. Lacon ist der Produzent. Einer, ohne den nichts läuft. Einer, der in dieser Rolle aufgeht. Einer, der Erfolg hat: Seit 2007 gibt es zusätzlich zum Stammhaus in Oberbayern eine Fertigung in Rumänien. Mit derzeit 440 Mitarbeitern erwirtschaftet die Lacon-Gruppe jährlich rund 40 Millionen Euro Umsatz – und wächst kontinuierlich. Längst gehört das B2B-Unternehmen zu den zehn erfolgreichsten der EMS-Branche. Der ehemalige Unternehmensberater Ralf Hasler arbeitet weiter daran, den Anspruch umzusetzen, mit dem er Lacon 2005 übernommen hat: aus einem hemdsärmeligen Auftragsfertiger einen passionierten Dienstleister zu bauen, der mehr kann, als nur eine Stückliste abzuarbeiten. „Solange Apple uns nicht die Produktion des iPhone 7 überträgt, bekommen wir das hin.“

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Weit mehr als nur Bremssteuerungen – Lacon entwickelt und produziert u.a. auch 3D-Drucker, Leiterplatten und Kabelkonfektionen.

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